MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)

Temporäre Welt aus bemaltem Plastik und anderen Verpackungen

Februar 2016 – Februar 2017

Plastikverpackungen nehmen in den letzten Jahren im Alltag, im Warenkorb und in der Welt mehr und mehr Raum ein.

Hinter der glänzenden Verpackung weckt jungfräuliche Ware das Begehren der Konsumenten.

Sehr ineffizient entdecke ich in zeitaufwändiger Beobachtung tierische, menschliche und ausserirdische Charaktere in den transparenten Verpackungsformen und reanimiere den Ausschuss des Überflusses orts- und situationsspezifisch in fragilen Installationen.

Von Februar bis Juni 2016 bildeten sich in dem Kaufhausschaufenster Donau- Ecke Ganghofer an der gleichnamigen Straßenecke in Berlin, Neukölln aus den zum Teil bemalten Verpackungen Welten: Stadtschluchten, Seen, Meere und Inseln, ein Hurrikan, rechteckige Agrarflächen und eine Säule der exzellenten Auslese.

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Zwischen August und Oktober 2016 stürzte diese Welt mit Hilfe von performativen Eingriffen internationaler Künstler*innen ein, türmte sich wieder auf, vermarktete und heilte sich.

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Zusammenbruch ist leichter als Aufbau
Februar – Juni 2017

Im Februar 2017, wenige Tage nach Amtseintritt der Nr. 45 brach die Scheinwelt endgültig zusammen.

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Selbstannahme
24. Juni 2017, 14-18 Uhr
48 Stunden Neukölln

Besucher*innen transformierten eine Schattenseite ihrer Persönlichkeit im Tausch gegen einen Blick auf die versteckte Vorderseite der Installation.

Plastiktütenserie / Konsumserie

Wachsende Sammlung verschiedenfarbiger Plastiktüten,
installiert und bespielt in veränderlichen Relationen

seit 2012

Bag Fan I
November 2012, White Cube Series, Donau- Ecke Ganghofer, Berlin

Bag Fan II
Dezember 2012, x-hibition Raumfähre Studio, Kunstquartier Bethanien, Berlin

farbfenster
März 2013, ortspezifische Videoinstallation, Pedra Sina Residency, Funchal, Madeira, Portugal

Taking the Bags to the Sea
März 2013, Funchal, Madeira, Portugal

Tüten Raum I
April 2013, Raum für Raum, Studio 2, Kunstquartier Bethanien, Berlin

No Show
Mai 2013 – Month of Performance Art Berlin
zweistündige partizipative Performance
Donau Ecke Ganghofer, Berlin

Tüten Raum II
Mai 2013, Love Bazon Hate Brock, Kreuzberg Pavillon, Berlin

Recycle
August 2013, Group Global 3000 , Berlin

MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)
Februar 2016 – Februar 2017, Donau Ecke Ganghofer, Berlin

konsumserie

Wöchentliche Verschiebungen von Bildzusammenstellungen aus transparenten und bemalten Plastikverpackungen in einem Kaufhausschaufenster an der Donau- Ecke Ganghofer Straße in Berlin, Neukölln von November 2013 bis Juni 2014.

In den letzten Jahren nehmen Plastikverpackungen im Alltag exponentiell mehr und mehr Raum ein. Wir verbrauchen endliche Ressourcen und vermüllen die Welt, um „besser“ und vor allem mehr verkaufen zu können. Ist das tatsächlich effizient?

Sehr ineffizient finde ich tierische, menschliche und ausserirdische Charaktere in den transparenten Formen. Eine maskierte Reanimation von Überfluss im Welttheater.

dass man Kunst nicht essen kann

Temporäre Skulptur aus bemalten Plastikverpackungen und Styropor

FRIDGE! Entretempo Kitchen Gallery, Berlin, 24.4. – 25.5.2015

The White Cube Series : No Show

Wechselnde Einblicke und Ansichten
im ehemaligen Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer

September 2012 – Mai 2013

Die vierte Wand ist zu, die Scheiben sind bemalt.
Keine Woche später bedeckt ein neues Piece die Eckscheibe.
Es wieder vollständig zu entfernen kostet mich fast vier Stunden. Schrittweise. Nebenbei öffnen sich Einblicke auf das Innenleben im Schaufenster. Ein Sortiment gefundener und bearbeiteter Objekte in wechselnden Konstellationen. Die Auschnitte der Einblicke führen den Blick – vielleicht. Das Interessanteste befindet sich, wie so oft, im Verborgenen, an der Grenze der Sichtbarkeit, an den Rändern der Wahrnehmung.

Nach über sieben Monaten fand die Reihe von Verschiebungen einen Abschluss mit der Performance

Foto: Zé de Paiva

No Show
Month of Performance Art Berlin 2013
11. Mai 2013, 16 – 18 h

Das draussen beobachten aus dem Schaufenster.
Natürlich sein, was immer das heißt.
Ich biete keine Unterhaltung.

Ich verändere meine Position und damit meinen Blickwinkel.
Auf das Draussen, auf das Publikum.
Bewege Objekte, wenn mir danach ist.
Schreibe meine Gedanken auf die Fensterscheibe.
Verteile Farbe auf dem Fenster, öffne und schließe Blickwinkel.

Dann gehe ich nach draussen, lade das Publikum ein, sich zu beteiligen.
Stelle Farben, Eimer, Pinsel raus. Kreiden standen schon da.

Das Fenster, das mich vom Publikum trennte, wird zur Interaktionsfläche.

The Heritage Series

Wöchentlich wechselnde Konstellationen von Objekten und Bildern
im Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer in Berlin,
November 2011 – April 2012

Mit der Bearbeitung von materiellen Erb- und Fundstücken verarbeite ich emotionales und kulturelles Erbe, bringe Unbewusstes an die sichtbare Oberfläche, sortiere, räume um und auf, be- und verarbeite. Bringe verstaubte Dinge wieder in Fluss.

Säubere den Marmorboden von Verklebungen früherer Zeiten.
Male den Sommerhimmel auf Holzlatschen.
Wann fühlt ein Bild sich richtig an?
Wenn es resoniert.
Wenn es irgendwie schon vertraut scheint.

Ich nehme wahr, interpretiere und re-arrangiere
– aber benenne meine Funde nicht, lege sie nicht fest.

Um meine Ordnungen in Frage zu stellen, lade ich andere ein, wie z.B. im November und Dezember 2011 die offene Klang- und Bewegungsimprovisationsgruppe „Improviloge“ ein,
in und mit meiner Installation zu spielen.

Die etwa wöchentlichen Veränderungen dokumentierte und reflektierte ich fotografisch und schreibend und veröffentlichte sie zeitnah in einem Blog.
Zur Finissage schrieb ich mögliche Titel für einige Konstellationen auf Folien
und liess diese durch das Publikum an seines Erachtens geeigneten Orten aufhängen.

Für den 2012 veröffentlichten dokumentarischen Katalog sammelte ich die Texte zum Teil auf der Straße vor dem Fenster in Gesprächen mit zufälligen Passanten (erhältlich bei mir und evt. noch in den Fachbuchhandlungen b-books und Motto in Berlin).

Eine kleine Geschichte von Form und Inhalt

2011, G.A.S.-Station, Berlin

Im März 2011 installierte ich ein Objekt im Schaufenster der G.A.S.-Station: Ein zerlegtes Stofftier, die äußere Form an einer Seite, die innere Füllung an der anderen Seite einer antiken Waage hängend.

Über einen Blog des Projektraums stellte ich diese Arbeit sowie Fragen, die sie aufwirft, zur Diskussion. Die Kommentare fügte ich im Laufe des Monats, ausgedruckt auf Papier, der Installation im Schaufenster hinzu.