depowering strategies

Hier gibt es einen digitalen Einblick in a depowerment manifesto
(Taschenbuch, 56 Seiten, s/w, illustriert, Fadenheftung)

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Fliessende Macht

Wie können wir die unausgewogenen Machtverhältnisse dieser Welt einander angleichen und ein friedvolles und solidarisches Leben für alle erreichen?

Was kann ich dafür tun?

Wo finden sich Ansätze, um aus machtlosen Positionen zu wirken?

Und wenn wir Macht erlangen, wie vermeiden wir die Wiederholung der Teufelskreise aus Machtspielen, Abhängigkeit und Missbrauch?

Und nicht zuletzt, können künstlerische Mittel und Wege ein Experimentierfeld bieten für die Verwirklichung dieser Ideen?

Dieses Buch ist ein Aufruf zu Handeln.

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Mit der Buchpräsentation am 25. Februar 2018 in der Somatischen Akademie in Berlin wurde eine Reihe künstlerischer Untersuchungen von Machtverhältnissen und ihrer möglichen Änderung angestossen.

Im depowerment research #1 lud ich die lettische Tänzerin und Choreographin Agnese Bordjukova ein, mit mir eine körperlich erfahrbare „depowering“ Situation zu erarbeiten als Basis für eine Lesung aus dem Buch, die wir während der „Hibernate“ Residenz im betOnest in Stolpe entwickelten. In Berlin setzten wir sie in einer zweistündigen Version mit Videoscreenings und Feedbacksammlung um, die wir für das Wintersymposium vom Circle 7 / Artistic Research der Nordic Summer University in Riga zu einer halbstündigen Version komprimierten.

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Der Begriff „depowerment“ wird in einer kollektiven Forschung im Sinne eines „reverse engineering“ getestet und das Buch wird in folgenden Auflagen dementsprechend überarbeitet, zurück gebaut und erweitert.

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Ausschnitt aus „preparations for a depowerment manifesto“,
Stephanie Hanna zu Thun und Lassen, 2017

Die Weisen: leben sammeln und fragen, warum

Audiosammlung von Rat für ein gutes Leben,
gesammelt in Straßengesprächen in Berlin – Neukölln, Wedding und Marzahn – und Görlitz

^ ^ ^ Klick auf Bild zum Öffnen der App ^ ^ ^ Höre Rat per Knopfdruck ^ ^ ^ sechs verschiedene Ratschläge pro Knopf ^ ^ ^


Was brauche ich für ein gutes Leben?

Ich bat um Rat für ein gutes Leben, vom Frühjahr 2013 bis zum Frühjahr 2015 in Neukölln, Wedding, Marzahn und Görlitz. Antworten bekam ich auf der Straße, in Backshops, Spätis und anderen Orten der Gesprächskultur.

Die Antworten verteilte ich in verschiedene Kategorien, ungefähr so, in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit der Nennung:
Geld, Gesundheit, Arbeit, Freunde, Glück, Liebe, Freizeit, Entscheidungen, Freiheit, Frieden.

Die Sammlung installierte ich jeweils ortspezifisch, bzw. machte sie in einer Performance zugänglich. Die 36 besten Ratschläge für ein gutes Leben kamen ausserdem in einen Hackenporsche, der so zu einem Orakel wurde.

Stationen der Sammlung

1.
Die Weisen
14. – 16. Juni 2013
Labor: Urbanes Altern / 48 Stunden Neukölln
Donau Ecke Ganghofer, Neukölln Arcaden und fünf Parkbänke im Rollbergviertel

Angefangen hat die Sammlung mit einer Kooperation mit der Jugendkunstschule Young Arts Neukölln. Die ersten Fragen zu einem guten Leben entwickelte ich mit Neuköllner SchülerInnen in einem Workshop an der benachbarten Young Arts Neukölln. Das visuelle Material im Hintergrund der Audioinstallation entstand ebenfalls in diesem Workshop: Zeichnungen, Aufsätze und Collagen zu einem „guten Leben“.

In der interaktiven Audioinstallation (Dank an Sebastian Sommer) konnten kurze Ratschläge über sechs Klingelknöpfe, sortiert nach Kategorien, abgerufen werden.
Der Ton übertrug sich über die Fensterscheiben, der Schaufensterraum wurde zum Klangkörper.

2.
Die Weisen im Wedding
30. August – 15. September 2013
OKK und KiezKulturNetz

Den Rat aus Neukölln nahm ich für die anschließende Sammlung mit nach Wedding, installiert in einen Hackenporsche.

3.
leben sammeln und fragen warum
Mai – Juli 2014
Temporäre Kunstprojekte Marzahner Promenade
Galerie M, Marzahn-Hellersdorf

Anfang Juni 2014 sammelte ich auf der Marzahner Promenade Rat für ein gutes Leben.
Die Antworten der Marzahner kürzte ich mit Hilfe von Anwohnenden auf ein etwa 150 Worte langes „Rezept“ für ein gutes Leben. Das schrieben wir in großer Schrift, gut sichtbar auch aus den oberen Stockwerken der umliegenden Hochhäuser auf einen etwa 250 Meter langen Abschnitt der Marzahner Promenade – in Kreidefarben, die im nächsten Regen wegspülten.

4.
Görlitzer Weise
April – Mai 2015
Hotel Vier Jahreszeiten / Haus des Handwerks
Zukunftsvisionen Festival Görlitz

Während der Open Art Lab Residenz vom Zukunftsvisionen Festival sammelte ich im Mai 2015 Rat für ein gutes Leben auf den Straßen von Görlitz und Sgorzelecz, der polnischen Hälfte von Görlitz. Die Audioinstallation bettete ich in die von mir erweiterten Lagen der Geschichte im ehemaligen Art Deco „Hotel Vier Jahreszeiten“ ein.

5.
Die Sammlung in Gruppenausstellungen

2016 „collective“, Haus am Kleistpark, Berlin
2017 Immaterielle Kollektionen, Donau Ecke Ganghofer, Berlin

situationsspezifische Beobachtungen (Video)

inside/outside
ortspezifische Videoinstallation
15 min, hd, 2013

Entstanden während weave – a platform for the arts in Brüssel.
Im Alltag performen, in der Performance leben.
Bist du drinnen oder draussen?
Ich musste raus, Wäsche waschen.

2013, BYRRH Brüssel, Installationsansicht siehe Bild oben

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windig
Zwei-Kanal Video, 13m50, hd, 2017

Ausschnitt einer Videodokumentation einer Künstlerresidenz im Nachhaltigkeitszwang.

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two sides
zweiseitige Videoinstallation, 13 min, mini dv, 2005 / 2011
Deutsch / Portugiesisch gesprochen mit englischen Untertiteln

Auf einer Seite der Videoinstallation sind die Untertitel zu Gersons Geschichte lesbar, auf der anderen meine. Zwei Seiten vom Leben im touristischen Zentrum Pelourinho in Salvador, Bahia.

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klosterwurm

Video: 2012, Improvisation Kunsthaus DA / Gravenhorst
Soundmix: Ohrwurmprojekt, 2009 / 2012

senior street art

Partizipatives Kunstprojekt und soziale Intervention

Künstlerisch-praktische Workshops und performative Aktionen im öffentlichen Raum, 2005 – 2012

Untersuchungen zu Graffiti und Street Art mit einer kontinuierlich wachsenden Gruppe Teilnehmender zwischen 50 und 85 Jahren. Über 30 aufeinander aufbauende Workshops und performativen Aktionen, teils auf Video, Foto und / oder Audio dokumentiert.

Dokumentation des Projekts „Nachrichten an Gropius“, 2012

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Publikationen

Masterthesis Stephanie Hanna
Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin, 2006

CASAzine #4: Drawing the Line (Art and Activism)
Ed. Placentile & Vykoukal, Summer Academy of the University of Amsterdam, 2007

Kulturkompetenz 50+
Praxiswissen für die Kulturarbeit mit Älteren
Kim de Groote / Almuth Fricke (Hrsg.), kopaed, 2010
ISBN 978-3-86736-319-8

Translating HipHop
Hrsg. Diederichsen, Ismaiel-Wendt, Stemmler
orange press, Freiburg, 2012

(Musikvideo auf beiliegender DVD)

Internationale Medienberichte, u.v.a. in „Die Zeit“ (`09), „IlSole24Ori“ (Italien ´09), „Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz ´11), MTV Finland (´11),„art – das Kunstmagazin“ (´09), „ZDF Kultur“ (´07) sowie im „Hemispheres Magazin“ (USA ´12).