Bio

Stephanie Hanna zu Thun und Lassen ist eine Berliner Künstlerin. Sie arbeitet situationsspezifisch, oft ausserhalb eindeutiger Kunstkontexte, mit Audio, Video, Performance, Wort, Klang, Sammlung, Zeichung, Malerei, Objektbearbeitungen und Installationen. Sie studierte Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht in den Niederlanden (BA 2001) und absolvierte den M.A. „Art in Context“ an der Universität der Künste Berlin (2006).

In ihren Arbeiten hinterfragt sie die Zwangsläufigkeit von Gewohnheiten und Wiederholungen, zum Beispiel welche Bilder wir als stark wahrnehmen, sowie unsere gewohnten Strukturen und Denkweisen der Macht. Sie testet die Notwendigkeit von Rahmung, die Möglichkeit der Veränderung und das Potential differenzierter Perspektiven. Dazu lädt sie die Partizipation von Bekannten und ihr bisher unbekannten Menschen in den Entstehungs- und Rezeptionsprozess ihrer Arbeiten ein. Ausserdem verarbeitet sie einschlägige Theorie, bisher von Judith Butler, Karl Marx, Robert Musil, Slavoj Zizek, Susan Sontag, Silvia Federici und Michel Foucault, und findet eigene Worte und andere Mittel, um zu fest stehende Bilder in Frage zu stellen.

Mit ihrem 2018 erschienenen Buch „a depowerment manifesto“ stösst sie eine kollektive Recherche an, in der Machtverhältnisse praktisch, körperlich und metaphorisch erfahrbar untersucht und umgedacht werden.

Projekte

2005 bis 2012: Konzeption und Leitung des partizipativen Projekts senior street art mit Workshops und Aktionen zu Street Art und Graffiti von, für und mit Menschen über 50 Jahren, u.a. am Haus der Kulturen der Welt in Berlin, in der Autostadt Wolfsburg, ibk kubia / Akademie Remscheid sowie in diversen Senioren- und (oder!) Jugendkulturstätten in Kreuzberg.
Medienberichte erschienen in Die Zeit, art – das Kunstmagazin, de:bug, 3Sat / ZDF Kultur, IlSole24Ori Wochenendbeilage, Spiegel Online – international edition, Hemispheres – Blog und In-Flight Magazin der United Airlines und vielen anderen.

Seit 2011 unangekündigte Performances im Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer in Berlin, Neukölln. Improvisation von räumlichen Installationen, jeder Schritt ist unmittelbar sichtbar für ein Publikum aus Passanten. Verschiebungen in Konstellationen von Objekten und ihren möglichen Bedeutungen.

Seit 2013 Audiosammlung Die Weisen von Rat für ein gutes Leben, gesammelt in den Straßen von Berlin – Neukölln, Wedding und Marzahn sowie in Görlitz. Fortsetzung möglich. Die Sammlung wurde jeweils ortsspezifisch gezeigt / installiert im Haus am Kleistpark (collective / Tempelhofer Kunstpreis 2016), Zukunftsvisionen Festival Görlitz (2015), Galerie M (Temporäre Kunstprojekte Marzahner Promenade, 2014), OKK (2013) und im Labor: Urbanes Altern / 48 Stunden Neukölln (2013).

Seit 2017 Depowerment Strategien, eine kollektive künstlerische Recherche zum neu Denken von Machtverhältnissen durch soziale und somatische Praxen.