depowering strategies

Hier gibt es einen digitalen Einblick
in die ausverkaufte erste Edition von a depowerment manifesto
(Taschenbuch, 56 Seiten, s/w, illustriert, Fadenheftung)

Fliessende Macht

Wie können wir die unausgewogenen Machtverhältnisse dieser Welt einander angleichen und ein friedvolles und solidarisches Leben für alle erreichen?

Was kann ich dafür tun?

Wo finden sich Ansätze, um aus machtlosen Positionen zu wirken?

Und wenn wir Macht erlangen, wie vermeiden wir die Wiederholung der Teufelskreise aus Machtspielen, Abhängigkeit und Missbrauch?

Und nicht zuletzt, können künstlerische Mittel und Wege ein Experimentierfeld bieten für die Verwirklichung dieser Ideen?

Dieses Buch ist ein Aufruf zu Handeln.

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Mit der Buchpräsentation am 25. Februar 2018 in der Somatischen Akademie in Berlin wurde eine Reihe künstlerischer Untersuchungen von Machtverhältnissen und ihrer möglichen Änderung angestossen.

Im depowerment research #1 lud ich die lettische Tänzerin und Choreographin Agnese Bordjukova ein, mit mir eine körperlich erfahrbare „depowering“ Situation zu erarbeiten als Basis für eine Lesung aus dem Buch, die wir während der „Hibernate“ Residenz im betOnest in Stolpe entwickelten. In Berlin setzten wir sie in einer zweistündigen Version mit Videoscreenings und Feedbacksammlung um, die wir für das Wintersymposium vom Circle 7 / Artistic Research der Nordic Summer University in Riga zu einer halbstündigen Version komprimierten.

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Der Begriff „depowerment“ wird in einer kollektiven Forschung im Sinne eines „reverse engineering“ getestet und das Buch wird in folgenden Auflagen dementsprechend überarbeitet, zurück gebaut und erweitert.

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Für Updates bitte im Newsletter oder in der Facebook Gruppe anmelden.

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Ausschnitt aus „preparations for a depowerment manifesto“,
Stephanie Hanna zu Thun und Lassen, 2017

Video für Musik von Anderen

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easy´s bistro (Reproduktion)

Musik: das Bierbeben
Video: Aufnahme und 1. Schnitt 2004/2005, re-edit 2010

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Angel in the House

Musik: Union Jill
Video: re-edit auf der Basis von „butler pop“, 2005/2009/2017

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Bitter Blow (starting from today)

Musik: Union Jill
Tanz: Camille Revol, Gabriel Forestieri a.o.
Video: Aufnahme 2013 / Schnitt 2017

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Lorelei

Musik: Union Jill
Video: re-edit von „swimming“, 2013/2017

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Castelo de Plastico

Musik: Daniel Arruda
Video: 2016

Improvisation in der sich verschiebenden Installation
„MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)“

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ich bin müde (Nimechoka)

Musik: Nazizi (feat. Lord)
Video: 2011

Die deutschen Texte, die Masken und die Fotos entstanden in einem Workshop mit senior street art im Festival
„Translating Hip Hop“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin

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klosterwurm

Video: 2012
Musikbearbeitung: 2009 / 2012

Entstanden im Kunsthaus DA / Gravenhorst

Die Weisen: leben sammeln und fragen, warum

Partizipative Audiosammlung von Rat für ein gutes Leben, gesammelt in Straßengesprächen in Berlin – Neukölln, Wedding und Marzahn – und Görlitz.

Was brauche ich für ein gutes Leben?

Ich bat um Rat für ein gutes Leben, vom Frühjahr 2013 bis zum Frühjahr 2015 in Neukölln, Wedding, Marzahn und Görlitz. Antworten bekam ich auf der Straße, in Backshops, Spätis und anderen Orten der Gesprächskultur.

Die Antworten verteilte ich in verschiedene Kategorien, ungefähr so, in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit der Nennung:
Geld, Gesundheit, Arbeit, Freunde, Glück, Liebe, Freizeit, Entscheidungen, Freiheit, Frieden.

Die Sammlung installierte ich jeweils ortspezifisch, bzw. machte sie in einer Performance zugänglich. Die 36 besten Ratschläge für ein gutes Leben kamen ausserdem in einen Hackenporsche, der so zu einem Orakel wurde.

Stationen der Sammlung

1.
Die Weisen
14. – 16. Juni 2013
Labor: Urbanes Altern / 48 Stunden Neukölln
Donau Ecke Ganghofer, Neukölln Arcaden und fünf Parkbänke im Rollbergviertel

Angefangen hat die Sammlung mit einer Kooperation mit der Jugendkunstschule Young Arts Neukölln. Die ersten Fragen zu einem guten Leben entwickelte ich mit Neuköllner SchülerInnen in einem Workshop an der benachbarten Young Arts Neukölln. Das visuelle Material im Hintergrund der Audioinstallation entstand ebenfalls in diesem Workshop: Zeichnungen, Aufsätze und Collagen zu einem „guten Leben“.

In der interaktiven Audioinstallation (Dank an Sebastian Sommer) konnten kurze Ratschläge über sechs Klingelknöpfe, sortiert nach Kategorien, abgerufen werden.
Der Ton übertrug sich über die Fensterscheiben, der Schaufensterraum wurde zum Klangkörper.

2.
Die Weisen im Wedding
30. August – 15. September 2013
OKK und KiezKulturNetz

Den Rat aus Neukölln nahm ich für die anschließende Sammlung mit nach Wedding, installiert in einen Hackenporsche.

3.
leben sammeln und fragen warum
Mai – Juli 2014
Temporäre Kunstprojekte Marzahner Promenade
Galerie M, Marzahn-Hellersdorf

Anfang Juni 2014 sammelte ich auf der Marzahner Promenade Rat für ein gutes Leben.
Die Antworten der Marzahner kürzte ich mit Hilfe von Anwohnenden auf ein etwa 150 Worte langes „Rezept“ für ein gutes Leben. Das schrieben wir in großer Schrift, gut sichtbar auch aus den oberen Stockwerken der umliegenden Hochhäuser auf einen etwa 250 Meter langen Abschnitt der Marzahner Promenade – in Kreidefarben, die im nächsten Regen wegspülten.

4.
Görlitzer Weise
April – Mai 2015
Hotel Vier Jahreszeiten / Haus des Handwerks
Zukunftsvisionen Festival Görlitz

Während der Open Art Lab Residenz vom Zukunftsvisionen Festival sammelte ich im Mai 2015 Rat für ein gutes Leben auf den Straßen von Görlitz und Sgorzelecz, der polnischen Hälfte von Görlitz. Die Audioinstallation bettete ich in die von mir erweiterten Lagen der Geschichte im ehemaligen Art Deco „Hotel Vier Jahreszeiten“ ein.

5.
Die Sammlung in Gruppenausstellungen

2016 „collective“, Haus am Kleistpark, Berlin
2017 Immaterielle Kollektionen, Donau Ecke Ganghofer, Berlin

situationsspezifische Beobachtungen (Video)

inside/outside
ortspezifische Videoinstallation
15 min, hd, 2013

Entstanden während weave – a platform for the arts in Brüssel.
Im Alltag performen, in der Performance leben.
Bist du drinnen oder draussen?
Ich musste raus, Wäsche waschen.

2013, BYRRH Brüssel, Installationsansicht siehe Bild oben

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Ausschnitt aus windig
Zwei-Kanal Video, 13m50, hd, 2017

2017, Group Global 3000, Berlin

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two sides
zweiseitige Videoinstallation, 13 min, mini dv, 2005 / 2011
Deutsch / Portugiesisch gesprochen mit englischen Untertiteln

Auf einer Seite der Videoinstallation sind die Untertitel zu Gersons Geschichte lesbar, auf der anderen meine:
Zwei Seiten vom Leben im touristischen Zentrum Pelourinho in Salvador, Bahia.

2014 NE Fest / Experimental Art and Media / Sofia, Bulgarien
2011 G.A.S. Station, Berlin

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butler pop
2009, 21 min, mini dv
KurtKurt ProjektZentrale, Berlin

Vier Menschen, die in Berlin im Gesundheitssektor und anderen dienstleistenden Tätigkeiten arbeiten, assoziieren frei über die Rolle, die Arbeit in ihrem Leben spielt. Währenddessen malt eine Hand den Himmel und folgt den Wolkenbewegungen. Im Hintergrund die Geräusche einer Baustelle.

Dazwischen verschiedene Arbeitsszenen, gefilmt in Rio de Janeiro in Brasilien, kommentiert mit Zitaten aus “Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung” von Judith Butler.

Als Videoinstallation in einer vorgefundenen Situation
in der ProjektZentrale KurtKurt in Berlin,
in der Ausstellung “Pumaherz. Vollzeit, unbefristet”
von Elke Scheler, Dezember 2009

und im Open Screening der Kurzfilmtage Oberhausen, 2010

Video mit Musik

windig
Ausschnitt aus einer Zweikanal-Installation, 2017

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Novembertrauer

Musik: Mondays Circle, 2016
Video: Madeira, 2013

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set myself free

Musik: Mondays Circle, 2016
Video: Madeira, 2013

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idiots

Musik: Improvisation auf dem Fahrrad im Berliner Verkehr, 2014
Video: in Brüssel, 2013

hier

MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)

Temporäre Welt aus bemaltem Plastik und anderen Verpackungen

Februar 2016 – Februar 2017

Plastikverpackungen nehmen in den letzten Jahren im Alltag, im Warenkorb und in der Welt mehr und mehr Raum ein.

Hinter der glänzenden Verpackung weckt jungfräuliche Ware das Begehren der Konsumenten.

Sehr ineffizient entdecke ich in zeitaufwändiger Beobachtung tierische, menschliche und ausserirdische Charaktere in den transparenten Verpackungsformen und reanimiere den Ausschuss des Überflusses orts- und situationsspezifisch in fragilen Installationen.

Von Februar bis Juni 2016 bildeten sich in dem Kaufhausschaufenster Donau- Ecke Ganghofer an der gleichnamigen Straßenecke in Berlin, Neukölln aus den zum Teil bemalten Verpackungen Welten: Stadtschluchten, Seen, Meere und Inseln, ein Hurrikan, rechteckige Agrarflächen und eine Säule der exzellenten Auslese.

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Zwischen August und Oktober 2016 stürzte diese Welt mit Hilfe von performativen Eingriffen internationaler Künstler*innen ein, türmte sich wieder auf, vermarktete und heilte sich.

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Zusammenbruch ist leichter als Aufbau
Februar – Juni 2017

Im Februar 2017, wenige Tage nach Amtseintritt der Nr. 45 brach die Scheinwelt endgültig zusammen.

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Selbstannahme
24. Juni 2017, 14-18 Uhr
48 Stunden Neukölln

Besucher*innen transformierten eine Schattenseite ihrer Persönlichkeit im Tausch gegen einen Blick auf die versteckte Vorderseite der Installation.

idiots / toc

idiots, 2013, 3 min 43, hd

Videoaufnahme in Brüssel Nord, Audioaufnahme beim Radfahren in Berlin Kreuzberg

lyrics

can you think about idiots?
that waste our time, block our ways, spend our last natural resources?
so please take a moment to think about idiots.
do you know any idiots that love their mercedes suv more than their neighbours?
so please take a moment to consider these idiots.
and take a moment to consider your idiocy.
when was the last time that you could (ever?) help someone that you deep inside just loathed?
for whatever reason, just loathed?
so please think about that moment of hate, of disgust, of anger and more.

can you think about idiots? do you think about idiots?

now that i sing in the recording machine
my harmonies are not so beautiful like when i was jamming free
but i was so afraid i would lose this tune.
actually i already lost the tune,
maybe nothing is meant forever
to record
how it changes when i record…
so do you think about idiots?
when you see a mercedes suv or an opel whatever – zafira,
why?
think about idiots, do you know any idiots?
i do know some. some are my neighbours.
and their parents mostly are idiots as well:
egomanic people that don´t care about community
like they care about their own private mercedes suv

toc (tower of consumption)
201
„Flucht | nach vorn“ / medienwerkstatt bbk in der Schaltzentrale im Kraftwerk / Berliner Liste

Das Video „idiots“ ist integriert in einer der Kisten (Flachbildschirm hinter Pizzaschachtel)

Plastiktütenserie / Konsumserie

Wachsende Sammlung verschiedenfarbiger Plastiktüten,
installiert und bespielt in veränderlichen Relationen

seit 2012

Bag Fan I
November 2012, White Cube Series, Donau- Ecke Ganghofer, Berlin

Bag Fan II
Dezember 2012, x-hibition Raumfähre Studio, Kunstquartier Bethanien, Berlin

farbfenster
März 2013, ortspezifische Videoinstallation, Pedra Sina Residency, Funchal, Madeira, Portugal

Taking the Bags to the Sea
März 2013, Funchal, Madeira, Portugal

Tüten Raum I
April 2013, Raum für Raum, Studio 2, Kunstquartier Bethanien, Berlin

No Show
Mai 2013 – Month of Performance Art Berlin
zweistündige partizipative Performance
Donau Ecke Ganghofer, Berlin

Tüten Raum II
Mai 2013, Love Bazon Hate Brock, Kreuzberg Pavillon, Berlin

Recycle
August 2013, Group Global 3000 , Berlin

MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)
Februar 2016 – Februar 2017, Donau Ecke Ganghofer, Berlin

konsumserie

Wöchentliche Verschiebungen von Bildzusammenstellungen aus transparenten und bemalten Plastikverpackungen in einem Kaufhausschaufenster an der Donau- Ecke Ganghofer Straße in Berlin, Neukölln von November 2013 bis Juni 2014.

In den letzten Jahren nehmen Plastikverpackungen im Alltag exponentiell mehr und mehr Raum ein. Wir verbrauchen endliche Ressourcen und vermüllen die Welt, um „besser“ und vor allem mehr verkaufen zu können. Ist das tatsächlich effizient?

Sehr ineffizient finde ich tierische, menschliche und ausserirdische Charaktere in den transparenten Formen. Eine maskierte Reanimation von Überfluss im Welttheater.

dass man Kunst nicht essen kann

Temporäre Skulptur aus bemalten Plastikverpackungen und Styropor

FRIDGE! Entretempo Kitchen Gallery, Berlin, 24.4. – 25.5.2015

Hauptsache kein Opfer

Interaktiver Hundechor

27. – 29. Juni 2014
48 Stunden Neukölln / Donau Ecke Ganghofer

Ausgelöst durch Bewegungen vor dem verspiegelten Schaufenster entsteht eine Zufallskomposition aus Hundeduetten, Chören und Soloeinlagen, von grummelnd, kläffend, jaulend, japsend und hechelnd bis wimmernd. Was genau verteidigt wird, bleibt verborgen.

Konzept und Audio: Stephanie Hanna
Interaktivät: Sebastian Sommer

 

 

Performance

Plan B
Video Performance, zwei Teile à 15 min.
Con|verge Residency, Ponderosa Tanzland, 2013

Dokumentation einer Video Performance, entwickelt in einer zweiwöchigen kollaborativen Performance Residency, Con|Verge im Ponderosa Tanzland.
Mit House of Ia (KB Thomason und Jillayne Hunter) und CJ Holm.

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Unangekündigte Performances in Marktforschung
August – Oktober 2016
Donau Ecke Ganghofer, Berlin

Spontane Improvisationen mit eingeladenen Gästen in sich verschiebenden Konstellationen von Plastikverpackungen in einem Kaufhausschaufenster.

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no time to lose
2011
15-minütige Videoperformance, mit Ethan Frey

Was passiert mit deiner Zeit, wenn du in Eile bist?

Performances 2011
HUNGER – International Performance Festival, Martkhalle IX, Berlin
Mica Moca Projects, Berlin

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Improviloge
August – Dezember 2011

Ortspezifische Klang- und Bewegungsimprovisationen in wechselnden Konstellationen mit Andreas Monning, Arne Freymann, Birgitta Homeyer, Christine Kahlau, Cris Arruda, Henriette Schulz-Molon, Jenny Grunow, Julia Boor, Martin Braun, Nadja Haas, Ruth Grünbaum, Sanaz Rassuli, mir und vielen weiteren.

Bis Oktober 2011 wöchentlich in der Kuppel der Abhörstation Teufelsberg, anschließend im November und Dezember 2011 im Schaufenster Donau- Ecke Ganghofer und im Stattbad Wedding.

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writing childhood
in der Performance – Installation
„Berliner Kindheit um 1900“ von Ariane Vitale Cardoso
48 Stunden Neukölln 2010

Ich schreibe ein Zitat aus Walter Benjamins´ Erinnerungen an seine Kindheit in Berlin auf eine Fensterscheibe, in Spiegelschrift von innen. Das Publikum steht draussen. Zum Abschluss der Performance löse und lösche ich die Schrift mit einem Wassersprüher.

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Theater der freien Affen begegnet Nelson Rodrigues
Galerie total Berlin 2008

Ich porträtiere das Publikum in der Theaterinstallation, male es von draussen auf die Fensterscheiben.

Mit Ana Suarez, Andrea Pani, Ariane Vitale, Irene Selka, Kathleen Kunath, Micha Laages, Simone Donha, Stephanie Hanna und Thomas Weppel, Regie: Zé de Paiva.

The White Cube Series : No Show

Wechselnde Einblicke und Ansichten
im ehemaligen Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer

September 2012 – Mai 2013

Die vierte Wand ist zu, die Scheiben sind bemalt.
Keine Woche später bedeckt ein neues Piece die Eckscheibe.
Es wieder vollständig zu entfernen kostet mich fast vier Stunden. Schrittweise. Nebenbei öffnen sich Einblicke auf das Innenleben im Schaufenster. Ein Sortiment gefundener und bearbeiteter Objekte in wechselnden Konstellationen. Die Auschnitte der Einblicke führen den Blick – vielleicht. Das Interessanteste befindet sich, wie so oft, im Verborgenen, an der Grenze der Sichtbarkeit, an den Rändern der Wahrnehmung.

Nach über sieben Monaten fand die Reihe von Verschiebungen einen Abschluss mit der Performance

Foto: Zé de Paiva

No Show
Month of Performance Art Berlin 2013
11. Mai 2013, 16 – 18 h

Das draussen beobachten aus dem Schaufenster.
Natürlich sein, was immer das heißt.
Ich biete keine Unterhaltung.

Ich verändere meine Position und damit meinen Blickwinkel.
Auf das Draussen, auf das Publikum.
Bewege Objekte, wenn mir danach ist.
Schreibe meine Gedanken auf die Fensterscheibe.
Verteile Farbe auf dem Fenster, öffne und schließe Blickwinkel.

Dann gehe ich nach draussen, lade das Publikum ein, sich zu beteiligen.
Stelle Farben, Eimer, Pinsel raus. Kreiden standen schon da.

Das Fenster, das mich vom Publikum trennte, wird zur Interaktionsfläche.

Videobeobachtungen : verkörperte Theorien

butler pop
2009, 21 min, mini dv

siehe hier

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geliebtes ding
2010, 7 min, mp4

Video:
Auf einer verglasten Litfaßsäule auf gegenüberliegenden Seiten die Gesichter von zwei Fotomodellen, männlich und weiblich, mit sorgfältig geschminkten Schweißtropfen. Eine Kampagne für Ehrenamt wird beworben mit dem Slogan „Dein Schweiß für Berlin“. In den Reflektionen auf der Oberfläche, auf dem Glas zeigt sich die Kreuzberger Umgebung: Autos, orangener Müllwagen, Frau mit hellblauem Kopftuch, gelbe Hochbahn, Frauen mit Kinderwägen und vielen Kleinkindern. In langsamen Überblendungen gehen die beiden Gesichter, die sich real nie treffen würden – hinter Glas, in gegenüberliegende Richtungen blickend – ineinander über.

Audio:
“Der Fetischcharakter der Waren und ihr Geheimnis“ von Karl Marx, erschienen in Das Kapital 1867, gelesen während Masturbation.

Screening in Gruppenausstellung “Das Ding”, G.A.S.-Station, Berlin, Oktober 2010 bis Februar 2011.

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ohne Eigenschaften
2010/11

Bild:
Ein Karrussell kommt zum Stillstand während in zunehmender Geschwindigkeit Menschenmassen in und aus der U-Bahn Station Les Halles in Paris strömen.

Ton:
Zitate aus „Der Mann ohne Eigenschaften“, Buch 1 und 2 von Robert Musil, erschienen 1930/1932. Nachts unter der Bettdecke gelesen und vermischt mit Geräuschen und Klangfarben eines Spaziergangs.

„Ulrich fühlte sich an diesen fast stündlich wachsenden Leib von Tatsachen und Entdeckungen erinnert, aus dem der Geist heute herausblicken muss, will er irgendeine Frage genau betrachten. Unzählige Auffassungen, Meinungen, ordnende Gedanken aller Zonen und Zeiten, aller Formen gesunder und kranker, wacher und träumender Hirne durchziehen ihn zwar wie tausende kleiner, empfindlicher Nervenstränge, aber der Strahlpunkt, wo sie sich vereinen, fehlt…. “

In 10-minütiger Fassung als Audioinstallation im Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer zum Festival Nacht und Nebel 2010.

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occupy žižek
2011/12, 2min35, mp4

Audioschnitt einer Rede, die Slavoj Žižek verstärkt durch ein „human mic“ während Occupy Wall Street am 9. Oktober 2011 hielt.

Welche Form der Führung brauchen wir heute? Im Schnitt übernimmt das „human mic“ Žižeks Worte und emanzipiert sich vom nachsprechenden Verstärken zum antizipierenden Mitsprechen. Dazu Geisterbilder vorbeirauschender Autos.

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weeding sontag
2012/13, 3 min 25, hd

Gesellschaftsreflektion mit Susan Sontags „Über Fotografie“:

Warum lieben „insbesondere Menschen, die durch eine erbarmungslose Arbeitsmoral behindert sind (Amerikaner, Japaner, Deutsche…)“ das Fotografieren so sehr?

Warum ist es so ermächtigend, ein Bild festzuhalten?

Schafe starren zurück während ich sie mit meiner Kamera anstarre. Eine Schnecke kriecht im Zeitraffer durchs Bild. Ich tanze mit Unkraut.

Siebdruck

Stadtkuh / Waldkuh
10er Edition / Unikat
50cm x 70cm,
2012

remembering pete
Unikat
50cm x 70cm
2012


Licht

Siebdruck, Unikat, 50cm x 70cm, 2012


Du Bist

ortspezifische Installation vom 14. – 22.2.2013
jeweils 150 cm x 200 cm

Am Refugee Strike Camp, Oranienplatz, Berlin und in der
Gruppenausstellung 1×1, Kantine im Aqua Carrée, Berlin (mit Referenz zum Camp).

senior street art

Partizipatives Kunstprojekt und soziale Intervention
Künstlerisch-praktische Workshops und performative Aktionen im öffentlichen Raum in Berlin und Deutschland, 2005 – 2012

Untersuchungen zu Graffiti und Street Art mit einer kontinuierlich wachsenden Gruppe Teilnehmender zwischen 50 und 85 Jahren.
Über 30 aufeinander aufbauende Workshops und performativen Aktionen, teils auf Video, Foto und / oder Audio dokumentiert.


ein Rückblick aus dem Jahr 2010

mehr auf  www.seniorstreeart.de


Dokumentation des Projekts „Nachrichten an Gropius“, 2012

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Publikationen

Masterthesis Stephanie Hanna
Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin, 2006

CASAzine #4: Drawing the Line (Art and Activism)
Ed. Placentile & Vykoukal, Summer Academy of the University of Amsterdam, 2007

Kulturkompetenz 50+
Praxiswissen für die Kulturarbeit mit Älteren
Kim de Groote / Almuth Fricke (Hrsg.), kopaed, 2010
ISBN 978-3-86736-319-8

Translating HipHop
Hrsg. Diederichsen, Ismaiel-Wendt, Stemmler
orange press, Freiburg, 2012

(Musikvideo auf beiliegender DVD)


Musikvideo, 2012

Internationale Medienberichte, u.v.a. in „Die Zeit“ (`09), „IlSole24Ori“ (Italien ´09), „Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz ´11), MTV Finland (´11),„art – das Kunstmagazin“ (´09), „ZDF Kultur“ (´07) sowie im „Hemispheres Magazin“ (USA ´12).

The Heritage Series

Wöchentlich wechselnde Konstellationen von Objekten und Bildern
im Kaufhausschaufenster Donau Ecke Ganghofer in Berlin,
November 2011 – April 2012

Mit der Bearbeitung von materiellen Erb- und Fundstücken verarbeite ich emotionales und kulturelles Erbe, bringe Unbewusstes an die sichtbare Oberfläche, sortiere, räume um und auf, be- und verarbeite. Bringe verstaubte Dinge wieder in Fluss.

Säubere den Marmorboden von Verklebungen früherer Zeiten.
Male den Sommerhimmel auf Holzlatschen.
Wann fühlt ein Bild sich richtig an?
Wenn es resoniert.
Wenn es irgendwie schon vertraut scheint.

Ich nehme wahr, interpretiere und re-arrangiere
– aber benenne meine Funde nicht, lege sie nicht fest.

Um meine Ordnungen in Frage zu stellen, lade ich andere ein, wie z.B. im November und Dezember 2011 die offene Klang- und Bewegungsimprovisationsgruppe „Improviloge“ ein,
in und mit meiner Installation zu spielen.

Die etwa wöchentlichen Veränderungen dokumentierte und reflektierte ich fotografisch und schreibend und veröffentlichte sie zeitnah in einem Blog.
Zur Finissage schrieb ich mögliche Titel für einige Konstellationen auf Folien
und liess diese durch das Publikum an seines Erachtens geeigneten Orten aufhängen.

Für den 2012 veröffentlichten dokumentarischen Katalog sammelte ich die Texte zum Teil auf der Straße vor dem Fenster in Gesprächen mit zufälligen Passanten (erhältlich bei mir und evt. noch in den Fachbuchhandlungen b-books und Motto in Berlin).

Eine kleine Geschichte von Form und Inhalt

2011, G.A.S.-Station, Berlin

Im März 2011 installierte ich ein Objekt im Schaufenster der G.A.S.-Station: Ein zerlegtes Stofftier, die äußere Form an einer Seite, die innere Füllung an der anderen Seite einer antiken Waage hängend.

Über einen Blog des Projektraums stellte ich diese Arbeit sowie Fragen, die sie aufwirft, zur Diskussion. Die Kommentare fügte ich im Laufe des Monats, ausgedruckt auf Papier, der Installation im Schaufenster hinzu.

Video Meditation

schwimmen
2013, 15 minuten, hd

1999 hat das Schwimmen mich gerettet. Im Wasser getragen zu werden, meinen Körper im Wasser zu spüren und eine fast schwerelose Beweglichkeit zu erfahren erdete mich. Ich stellte mir ein Video vor, das meinen Blick auf meine Hände wiedergab, wie sie in einem anhaltenden Rhythmus durch das Wasser gleiten. 2013 realisierte ich dann dieses Bild.

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painting skies

2009, 68 Min., mini dv
Loop in ortsspezifischer Videoinstallation

Ich flog nach Brasilien, um den Himmel in Öl zu malen,
wegen der Langsamkeit.

Videoinstallation Sin Bar, Berlin 2009

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limbofilm

1999 / digitalisiert 2001, animiert 2008

Doppelt belichteter analoger 36mm Halbbildfilm an einem Stück, digitalisiert und animiert.

Bilder des botanischen Gartens in Barcelona überlagern sich mit Aufnahmen aus einem Safaripark.

Installation LUX, Berlin 2008

Ausschnitt aus dem Video

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smiling

2008, mini dv

Ich male mein unsichtbares Lächeln

eMotion, G.A.S.-Station, Berlin 2008/09